Berichte/Fotos



17. Oktober 2019

Sommerfest mit Spiel ohne Grenzen

 

Das Sommerfest mit Spiel ohne Grenzen fand am 22. Juni 2019 im Bildungs- und Freizeitzentrum für Hörgeschädigte in Saarbrücken-Jägersfreude statt. Spiel ohne Grenzen – mal anders: damit auch Kinder, ältere Besucher und Gehbehinderte mitmachen konnten, fanden die Spiele in vereinfachter Form statt. Trotzdem war sehr viel Geschicklichkeit und Geduld gefragt und Kirsten Sohl als Organisatorin des „Spiels“ ohne Grenzen hatte verschiedene Spiele im Clubheim und draußen im Garten aufgebaut und viele machten mit Spaß an der Sache auch mit.

 

Die Spiele dauerten vom Vormittag bis in den späten Nachmittag hinein an verschiedenen Stationen, die absolviert werden mussten, die Zeit wurde mit der Stoppuhr verfolgt, und so wurde es auch noch spannend, weil einige Spieler ziemlich dicht beieinander lagen und lange nicht klar war, wer gewinnen würde.

 

Für das leibliche Wohl in Form von Speisen, Getränken, Kaffee und Kuchen war ebenfalls gut gesorgt. Nach der Siegerehrung am späten Nachmittag ging das Sommerfest noch bis in den späten Abend weiter. Ein rundumgelungener Tag! 



17. Oktober 2019

Sommerfest der Inklusion

 

Am 18. Mai 2019 fand das 6. Sommerfest der Inklusion im Lokschuppen Dillingen statt. Dieses Sommerfest der Inklusion wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie ausgerichtet und es nahmen über 100 verschiedene Mitwirker aus allen Gruppen und Facetten der Menschen mit Behinderung teil. Auch ein großes Bühnenprogramm war organisiert worden. 

 

Der Kath. Gehörlosenverein „Bleib Treu“ Saarbrücken und Umgebung e.V. nahm ebenfalls mit einem Stand am Sommerfest teil. Wir hatten Glück und bekamen einen Standplatz im Lokschuppen direkt neben der Bühne. Schon früh am Morgen waren wir da und bauten auf, unser neues buntes Banner zog gleich zu Beginn schon viele Blicke auf sich. Dazu hatten wir verschiedenes Info-Material, Kopfhörer für hörende, die Taub sein ausprobieren wollten, Wort-Tafeln zum Ausprobieren verschiedener Gebärden und Informationen über den Verein und das Vereinsleben selbst.

 

Die Eröffnungsansprache mit Frau Sozialministerin Monika Bachmann und Diskussionsteilnehmern wurde von Birgit Kneifeld und Matthias Kneifeld gedolmetscht. Das Bühnenprogramm war ansprechend, es gab Tänze, Musik, Fleuerschau, Gymnastikgruppen und „unser“ Theater: die Gruppe „inklusiv+exclusiv“ führte das Stück „Der Regenschirm“ auf. Unsere gehörlosen und hörenden Schauspieler hatten im Vorfeld mächtig Lampenfieber, aber das Stück spielten sie herausragend mit Witz und viel schauspielerischem Können! Dafür gab es wirklich sehr viel Beifall, auch von den hörenden Besuchern, denn Birgit Kneifeld dolmetschte unser Theaterstück in die Lautsprache.

 

Natürlich haben wir auch andere Stände und Pavillons besucht: Lebenshilfe, AWO, Landesverband der Gehörlosen Saarland e.V., Werkstätten für Behinderte, Landesvereinigung Selbsthilfe, Landesfachstelle Demenz, Deutsches Rotes Kreuz, Behindertensportjugend, Blinden- und Sehbehindertenverband Saar, VdK usw. Aber auch viele Mitmacher, die Menschen mit Behinderung unterstützen wollen, z.B. der Saarländische Tennisbund, Saarländischer Karateverband, Tanz- und Kreativzentrum Großrosseln, Universität des Saarlandes usw. usw. Angeboten wurden Geschicklichkeitstraingings, Rollstuhltraining, Ertasten von Gegenständen, kreative Arbeiten der verschiedenen Werkstätten für Behinderte, Kinderschminken und kreatives Gestalten und … und … und … fürs leibliche Wohl war auch bestens gesorgt.

 

So hat sich das Sommerfest der Inklusion, das klein und bescheiden in Losheim begonnen hatte, mittlerweile zu einem riesigen Sommerfest mit Tausenden Besuchern entwickelt. Noch schöner wäre es, wenn ein solch beeindruckendes Sommerfest mehr ins Zentrum geholt ürde, z. B. nicht am Stadtrand im Lokschuppen, sondern in die Bahnhofstraße Saarbrücken. Dort bekäme dieses besondere Fest erst recht die Aufmerksamkeit, die es verdient – und viele Gruppen für Menschen mit Behinderung könnten effektiver informieren und bekämen das entsprechende Verständnis und die Unterstützung für ihre Situation.

 

Wir danken allen Helferinnen und Helfern, die uns an unserem Stand unterstützt haben, wir danken der Theatergruppe „inklusiv+exclusiv“ für den beeindruckenden Auftritt, Birgit Kneifeld fürs Dolmetschen beim Theaterstück und Karina Juchem, die uns an unserem Stand bei der Kommunikation mit den interessierten Besuchern unterstützt hat.

 

Wir haben auch wieder viele Kontakte neu kennen gelernt und natürlich auch andere Einrichtungen an ihrem Stand besucht und uns informiert. 



17. Oktober 2019

5. Saarlouiser Gesundheitstag

 

Auch zum 5. Saarlouiser Gesundheitstag war der Kath. Gehörlosenverein „Bleib Treu“ Saarbrücken und Umgebung wieder eingeladen. Er fand am 04. Mai 2019 von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr auf dem Kleinen Markt in Saarlouis statt.

 

Schon früh am Morgen waren wir mit zwei Autos da und bauten unseren Info-Stand auf. Leider war es sehr kalt, stürmisch, Regen, Hagel und Schnee wechselten sich ab und unser Durchhaltevermögen wurde auf eine harte Probe gestellt. Wir hatten einen schönen Stand, aber leider gab es nur wenige Interessenten, es war einfach zu kalt. Trotzdem fanden doch Interessenten den Weg zu uns, informierten sich zum Thema „Gehörlos“ und „Gebärdensprache“ und nahmen auch Info-Material mit. Leider haben wir von den Ansprachen nicht viel mitbekommen, auch die Kommunikationsassistentin, die zum Dolmetschen verpflichtet worden war, hatte die Veranstaltung wegen des Wetters verfrüht verlassen.

 

Unser Pavillon erregte trotzdem Aufmerksamkeit und Interesse und es gab viele Rückfragen.

 

Zwischendurch wechselten wir uns ab und flüchteten zum kurzen Aufwärmen in ein Kaufhaus oder in die Galerie und holten uns Kaffee oder Tee. So haben wir dann durchgehalten bis das Kommando zum Abbau der Pavillons kam. Viele fleißigen Hände halfen beim Aufräumen und anschließend gingen wir alle zusammen in ein Café … Cappuccino, ein leckeres Stück Kuchen und Vorschläge für den nächsten Gesundheitstag … und die Erkenntnis: im Mai gibt’s in den Geschäften keine Handschuhe mehr zu kaufen. Trotzdem: wir wollen wieder mitmachen! 

Öffentlichkeitsarbeit ist einfach zu wichtig! 



17. Oktober 2019

Stämme im Südsudan

Vortrag mit Ayiu John Wuol

 

Mit Spannung erwartet konnte der Vortrag „Stämme im Südsudan“ endlich am 28. April 2019 im Bildungs- und Freizeitzentrum für Hörgeschädigte in Saarbrücken-Jägersfreude stattfinden. Der Konflikt im Südsudan ist zur Zeit wieder ganz aktuell, so waren sehr viele Interessierte da, die mehr über die Situation im Südsudan erfahren wollten. Der Saal im Clubheim war bis auf den letzten Platz besetzt und viele standen noch bis in den Buffetraum hinein. 

 

Ayiu John Wuol, gl, im Südsudan ist im Südsudan geboren und lebt jetzt mit Familie in München. Aber viele seiner Familie sind im Südsudan geblieben, so dass er dort noch Kontakte hat und sich natürlich auch Sorgen macht wie es den Angehörigen geht.

 

Ayiu John Wuol erzählte anschaulich und spannend aus seinem Leben, wie er im Südsudan aufgewachsen ist. Wir erfuhren, dass es viele verschiedene Stämme gibt, die jeweils ihre eigenen Erkennungszeichen in die Haut eingeritzt oder sonst wie am Körper tragen. Die Stämme sind untereinander nicht befreundet und begegnen sich mit Misstrauen. Es gibt weder Kultur noch Schule, nur wenige können eine Schule außerhalb der Stämme besuchen und sich ein Leben außerhalb der Stämme aufbauen.

 

Die Situation, die Bräuche, z. B. Kühe als Mitgift bei der Hochzeit usw. ein Leben ganz anders als bei uns in der Zivilisation mit seinen eigenen Regeln, Stammesältesten, der Beschaffung von Nahrung usw. Spannend, interessant und sehr lehrreich. Anders lebende Menschen und Kulturen lernten wir so zu verstehen. Man merkte auch: Ayiu liebt sein Herkunftsland, auch wenn Deutschland jetzt seine Heimat ist. Mit dem Südsudan ist er verwurzelt. Deshalb konnte er auch die Gefühle und die Mentalität seines Volkes so gut erklären und beschreiben.

 

Wir haben diesen Vortrag gebannt verfolgt und gar nicht gemerkt, wie die Zeit verging. Ein gutes Stück Verständnis für Menschen, die anders leben als wir haben wir dazu gelernt.

 

Danke an Ayiu John Wuol für diesen beeindruckenden Vortrag!!! 



03. März 2019

Frühlingstag mit Ehrung langjähriger Mitglieder

 

Am 24. März 2019 fand der Frühlingstag mit Ehrung der langjährigen Mitglieder in einem etwas anderen Rahmen statt. Wir trafen uns mit fast 60 Personen im Restaurant „Wilde Ente“ in Saarbrücke-Güdigen – direkt an der Saar. Leider war das Wetter kühl und regnerisch, so konnten wir nicht im wunderschönen Garten sitzen, aber dafür waren die Tische für uns im gemütlichen Kaminzimmer reserviert – und dort haben wir uns auch sehr wohl gefühlt.

 

Die Veranstaltung begann mit dem gemeinsamen Mittagessen, das wie schon oft sehr gut war. Nach einer kurzen Verdauungspause konnte dann die 1. Vorsitzende Sigrid Meiser-Helfrich alle anwesenden nochmals herzlich begrüßen. In ihrer Ansprache betonte sie, dass es eine ganze Reihe Mitglieder gibt, die für langjährige Mitgliedschaft geehrt werden. Vor allem für Menschen mit Hörbehinderung ist der Verein eine wichtige Anlaufstelle, weil sie hier barrierefrei kommunizieren können, Kultur und Freizeit erleben und Unterstützung bzw. Rat bei verschiedenen Problemen erhalten können. Aber auch bei Menschen mit Hörbehinderung wird der Verein immer mehr „uncool“, Nachwuchs und Engagement fehlen und persönliche „Freiheit“ spielt eine immer größere Rolle. Wie wird die Zukunft ohne ehrenamtliches Engagement aussehen?

 

Als langjährige Mitglieder wurden geehrt: 

 

für 25jährige Mitgliedschaft: 

Simone Juchem 

Markus Juchem 

Frank Delestowicz 

Sabine Retting-Dell 

Reiner Dell 

Ralf Conrad 

für 30jährige Mitgliedschaft 

Marga Schumacher 

Katja Büch 

 

für 35jährige Mitgliedschaft:

Irmtraud Wolf 

Adelheid Groß 

Waltraud Staub 

 

für 40jährige Mitgliedschaft:

Heinz-Werner Angel 

Ursula Angel 

Ursula Bruckmann 

 

für 45jährige Mitgliedschaft:

Anneliese Büch 

 

für 50jährige Mitgliedschaft:

Erwin Juchem 

Werner Thiele 

Josef Laschat 

 

Alle langjährigen Mitglieder erhielten eine Urkunde und ein Geldpräsent sowie eine Flasche Wein.

Erwin Juchem, Werner Thiele und Josef Laschat wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

 

Nach dem offiziellen Teil der Mitgliederehrung machten einige noch einen kleinen Verdauungsspaziergag, andere genossen zusammen einen guten Wein. Mit Kaffee und Kuchen, Meinungsaustausch und Diskussion ging der Frühlingstag am späten Nachmittag zu Ende. Ein wirklich gelungener gemeinsamer Tag! 



03. März 2019

Ein spannender und abwechslungsreicher Nachmittag mit Marcus Willam (gl) aus Nürnberg:

„Soziale Isolation gehörloser Senioren“ – Zukunftsangst ?

Nachdem Sigrid Meiser-Helfrich und Kirsten Sohl bei den Deutschen Kulturtagen der Gehörlosen in Potsdam Marcus Willam getroffen hatten, war das Interesse für seinen Vortrag und seine Themen geweckt. Nach Rückfrage klappte es, und wir konnten Marcus Willam als Referenten zum Thema „Soziale Isolation gehörloser Senioren“ in Saarbrücken gewinnen.

 

Am 23. Februar 2019 war es soweit. Fast 90 Personen waren im Bildungs- und Freizeitzentrum für Hörgeschädigte in Saarbrücken-Jägersfreude anwesend, der Vortrag begann um 15:00 Uhr und war von Anfang an sehr interessant.

 

An Hand von Powerpoint zeigte Marcus Willam Beispiele zur gesellschaftlichen Entwicklung, die sich im Laufe der Jahre sehr geändert hat. In den 1960er Jahren waren die geburtenstärksten Jahrgänge, die alle in den nächsten 5 bis 10 Jahren in Rente gehen … und dann? Auch die Entwicklung der Menschen mit Behinderung hat sich seit 1975 stark verändert. Bedingt durch die bessere medizinische Versorgung gibt es immer weniger Menschen mit Behinderung, von daher auch immer weniger taub geborene Menschen. Ebenso haben die Vereine immer weniger Zulauf, die jungen Gehörlosen leben anders, sie sind kommunikationstechnisch viel unabhängiger, selbstbewusster und selbständiger in ihren Entscheidungen.

 

Vereine, wie sie es bisher gab, wird es in Zukunft wohl nicht mehr geben. Ausflüge, Kaffee/Kuchen genügen nicht mehr. Kultur, Bildung, Informationen und gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben, also Inklusion, werden immer wichtiger. Junge Menschen orientieren sich nicht mehr an Vereinen, sondern an öffentlichen Angeboten, Diskussionsrunden etc. Die Kultur und die Mentalität sind im Wandel. Deshalb haben auch die Vereine weniger Zulauf als früher. Der Satz „Der Verein ist die Heimat der Gehörlosen“ stimmt heute nicht mehr.

 

Marcus Willam konnte mitreißend referieren und immer wieder direkte Fragen stellen zur Situation, zum Generationenkonflikt und dazu, wie die gehörlosen Senioren in Zukunft leben wollen. Wenn die Vereine aufgelöst werden, haben diese Senioren keine zentrale Anlaufstelle, keinen zentralen Treffpunkt mehr und es besteht die Gefahr, dass sie dann vereinsamen. Auch die Situation mit gehörlosen Senioren in Altenwohn- oder Pflegeheimen darf nicht unterschätzt werden. Wir kämpfen für Untertitel, DolmetscherInnen für Deutsche Gebärdensprache, bessere kommunikative Ausstattung, technische Hilfsmittel, Inklusion, aber niemand denkt an die gehörlosen Senioren, wie sie später im Alter leben und ihren Alltag meistern können. Es gibt fast keine Seniorenheime speziell für Gehörlose im Deutschland, Pflegekräfte können keine Gebärdensprache, ohne Kommunikation drohen Demenz, Vereinsamung und ein früherer Tod.

 

Marcus Willam wünscht und will aufrütteln, dass die Menschen mit Hörbehinderung auch an ihre Situation im Alter denken, für barrierefreien Alltag im Seniorenheim oder zuhause im Pflegedienst kämpfen, dass junge Menschen mit Hörbehinderung die ältere Generation unterstützt und die Vereine als Treffpunkte lebendig hält.

 

Vor allem hier prallen zwei Welten aufeinander: in vielen Vereinen wird die Tradition aufrecht erhalten mit Kaffee, Kuchen, einem Gottesdienst und Unterhaltung. Junge Menschen mit Hörbehinderung können damit nichts anfangen und kommen gar nicht erst her.

 

Aber: wenn diese nicht kommen und frischen Wind herein bringen, wie soll sich dann etwas ändern? Eigentlich müssten die jungen Leute von den alten lernen und umgekehrt: die alten von den jungen Leuten. Einfach ist das nicht, jeder hat seine Prinzipien, seine Vorstellungen wie etwas laufen muss. Die älteren Gehörlosen sollten bereit sein für neues, die jungen Gehörlosen sollten Geduld haben. Es ist wie immer: die Generationen ändern sich. Auch wir, die heute „alt“ sind, haben als junge Leute den Verein umgekrempelt.

 

Mit vielen Schaubildern, Erfahrungsberichten und Beispielen aus dem Alltag zeigte Marcus Willam die verschiedenen Aspekte zum Thema „gehörlose Senioren“ und „Generationenkonflikt“ und „Versorgungsmöglichkeiten für Gehörlose im Alter“. Einiges war schonungslos ehrlich, anderes war lustig erklärt, dazu Fallzahlen aus der Statistik zur Bevölkerungsentwicklung.

 

Der Vortrag dauerte 4 Stunden, anschließend gab es noch Gelegenheit zur Diskussion und zur Fragestellung, Marcus Willam wurde allen gerecht und wurde nicht müde, die Fragen zu beantworten oder weitere Beispiele aufzuzeigen.

 

Auch Eindrücke von jungen gehörlosen Besuchern wurden vorgetragen und beachtet, auch hier sah man: das Leben ist im Umbruch und hat sich besonders in den letzten Jahren durch die vielen technischen Möglichkeiten, die verbesserte Kommunikation, das höhere Bildungsniveau und das Selbstbewusstsein der jungen Menschen mit Hörbehinderung entscheidend geändert.

 

Trotzdem sollte man immer wieder versuchen, aufeinander zuzugehen, den Dialog zu suchen und den Vereinen eine Chance zu geben. Wenn es die Vereine nicht mehr gibt, wer organisiert dann die Events für die Gehörlosen? Wer kümmert sich um die Versorgung der gehörlosen Senioren?

 

Viele Fragen, einige Antworten und auch die Chance, etwas zum Positiven zu bewegen. Mit diesem Ergebnis ging der Tag zu Ende – WOW, das war eine tolle Präsentation, Marcus Willam hatte sich viele Gedanken zu dem Thema gemacht und uns daran teilhaben lassen.

 

Vielen Dank nochmal für diese gelungene Veranstaltung an Marcus Willam 

aber auch an alle, die tatkräftig mitgeholfen haben bei der Vorbereitung und der Durchführung!!!

Fotobilder

Fotos: Kirsten Sohl


23. Dezember 2018

100 Jahre Kath. Gehörlosenverein „Bleib Treu“ Saarbrücken und Umgebung e.V. – Festveranstaltung am 13. Oktober 2018

100 Jahre Kath. Gehörlosenverein „Bleib Treu“ Saarbrücken und Umgebung e.V. – ein besonderes Ereignis, das ein besonderes Fest verdient hat. Und dieses Fest haben wir am 13. Oktober 1918 im Bürgerhaus Saarbrücken-Burbach rauschend gefeiert.

 

Der Festtag begann um 11:00 Uhr mit dem Festgottesdienst in der Kath. Pfarrkirche St. Eligius Saarbrücken-Burbach. Wir haben uns sehr gefreut, dass Herr Weihbischof Jörg Michael Peters aus Trier gekommen war, um die Festmesse mit uns zu feiern. Gemeinsam mit unserem Gehörlosenpfarrer Ralf Schmitz und Generalpräses des VdKGD e.V., Diakon Josef Rothkopf leitete Weihbischof Peters die Festmesse. Der Vorsitzende des VdKGD, Sascha Löpker, gebärdete die Lesung. Katja Groß leitete den Gebärdenchor, der alle Lieder in Gebärdensprache darstellte. Herr Weihbischof Peters war beeindruckt von der Festmesse, es hat ihm sehr gut gefallen, wie Menschen mit Hörbehinderung in Gebärdensprache den Gottesdienst feiern. Michael Kreutzer, bekannt als Pantomime Jomi, hat das Evangelium pantomimisch dargestellt. Und Andrea Schaar gebärdete ein Lied aus Österreich: „Wege wagen …“, das wir extra für die Festmesse ausgesucht hatten. Ein sehr festlicher Gottesdienst, der allen Besuchern sehr gut gefallen hat. Die Kollekte haben wir dem Afrika-Projekt des Landesverbandes der Gehörlosen Bayern e.V. gespendet für gehörlose Kinder in Uganda. Projektleiter Gerhard Ehrenreich, der ebenfalls zu den Gästen zählte, hat sich darüber sehr gefreut.

 

Im Anschluss an die Festmesse trafen sich alle Besucher im Bürgerhaus. Der große Festsaal war schon zu Beginn fast bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einem einfachen Mittagessen begann um 14:00 Uhr der Festakt mit der Begrüßung durch die 1. Vorsitzende Sigrid Meiser-Helfrich und die 2. Vorsitzende Christina Sohl. Sigrid Meiser-Helfrich konnte zahlreiche Ehrengäste begrüßen: Herrn Weihbischof Jörg Michael Peters, Herrn Seiwert als Vertreter von Frau Sozialministerin Monika Bachmann, Charlotte Britz – Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Saarbrücken, Herrn Caritasdirektor Michael Groß, Sascha Löpker, 1. Vorsitzender des VdKGD, Josef Rothkopf, Generalpräses des VdKGD, Pfarrer Ralf Schmitz, Norbert Herres, Katja Groß und Rebecca Mattes von der Kath. Gehörlosengemeinde des Bistums Trier, Pfarrer Ralf Maier von der ev. Kirche im Rheinland, Petra Krämer, 1. Vorsitzende des Landesverbandes der Gehörlosen Saarland e.V. und des Verbandes der Hörgeschädigten im Saarland e.V., Stefan Schweig als Konrektor der Ruth-Schaumann-Schule für Gehörlose in Lebach, Dunja Fuhrmann – Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt Saarbrücken und die Vorsitzenden befreundetet Gehörlosenvereine aus dem Saarland und darüber hinaus.

 

Besonders stolz sind wir alle vom Kath. Gehörlosenverein „Bleib Treu“ Saarbrücken und Umgebung e.V. darauf, dass bei dieser Festveranstaltung zum erstenmal zwei Dolmetscherinnen für Deutsche Gebärdensprache gedolmetscht haben, die beide in unserem Verein groß geworden sind: Katja Büch, deren Eltern und sie selbst Mitglied bei uns sind sowie Karina Juchem, deren Eltern und Großeltern Mitglied bei uns sind. Das war auch etwas ganz Besonderes.

 

Damit die Zeitgeschichte des Vereins nicht langweilig wird, wurde sie nicht als Vortrag vorgetragen sondern als Theaterstück „Zeitreise“ von der Theatergruppe „inlusiv+exclusiv“, die extra für das Jubiläum gegründet worden war. Hörende und gehörlose Laienschauspieler zeigten gemeinsam die Stationen aus 100 Jahren Vereinsgeschichte: Die verschiedensten Menschen treffen sich am Bahnhof, ein Zug kommt (Verein „Bleib Treu“), alle steigen ein und fahren gemeinsam in die Zukunft. An verschiedenen Stationen wird gezeigt, was es im Verein gibt: Verfolgung in der Nazizeit, eine eigene Fußballmanschaft, strenge Kirche und Bildungsreisen … unter der Regie von Michael Kreutzer (Pantomime Jomi) und Sigrid Mieser-Helfrich war so ein Theaterstück entstanden. Es gab viel Beifall für diese Aufführung!

 

Nach dem Theaterstück erfolgten die Grußworte der Ehrengäste, Weihbischof Peters gratulierte nochmals sehr herzlich und betonte nochmals, wie beeindruckt er von der Veranstaltung der Gehörlosen ist. Herr Seiwert vom Sozialministerium richtete herzliche Grüße aus von Frau Ministerin Bachmann, Frau Oberbürgermeisterin Britz betonte, dass ihr die Probleme der Menschen mit Hörbehinderung bewusst sind, und Dunja Fuhrmann als Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt Saarbrücken hielt eine flammende Rede, dass für Menschen mit Behinderung in der Stadt Saarbrücken und im Saarland unbedingt mehr passieren und getan werden muss. Herr Caritasdirektor Michael Groß betonte die gute Zusammenarbeit mit dem Kath. Gehörlosenverein „Bleib Treu“ Saarbrücken und Umgebung e.V. und Stefan Schweig überbrachte die besten Grüße von der Ruth-Schaumann-Schule für Gehörlose Lebach. Die Kath. Gehörlosemgemeinde gratulierte ebenfalls herzlich sowie auch alle anderen Ehrengäste.

 

Mit der Einladung, die Info-Stände des DGS-Korpus von Peter Schaar und des Afrika-Projektes von Gerhard Ehrenreich zu besuchen und einem herzlichen Dankeschön an alle Gratulanten beendete Sigrid Meiser-Helfrich den Festakt und bat zu Kaffee und Kuchen und Unterhaltung.

 

Die Besucher saßen gerne bei angeregter Unterhaltung und beim Kennen lernen zusammen, es war ein besonderes Fest! 

Fotos: Reiner Dell



23. Dezember 2018

Kulturnachmittag am 13. Oktober 2018

Am 13. Oktober 2018 veranstaltete der Kath. Gehörlosenverein „Bleib Treu“ Saarbrücken und Umgebung e.V. im Bürgerhaus Saarbrücken-Burbach einen Kulturnachmittag – ganz im Zeichen der Gebärdensprache mit gehörlosen Künstlern und auch hörenden Darstellern, für die das Thema Inklusion eine große Rolle spielt.

 

Um 17:00 Uhr wurde der Kulturnachmittag von den Moderatoren Deborah Monzel und Peter Schaar eröffnet. Fast 200 Besucher waren anwesend, die Stühle im Bürgerhaus fast bis auf den letzten Platz besetzt.

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell

Mit Elan und Humor und vielen Programmhinweisen zwischendurch führten Deborah und Peter das Publikum durch das abwechslungsreiche Programm. Der weltberühmte Pantomime Jomi trat als erster Künstler auf, er hatte gleich drei Stücke im Gepäck: „Morgentoilette einer Dame“ – lustig und detailgenau dargestellt – so erkannten sich viele weibliche Zuschauer wieder, „Roboter“ und „Plakatankleber“ … Mimik und Gestik – ganz ohne Worte, und trotzdem wusste man genau über alles Bescheid. Sehr beeindruckend!

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell

Inzwischen dieser zeigten Irmgard Wolf, Barbi Schulz-Brünken und Raphael Kollmannsperger von der Theatergruppe „inklusiv+exclusiv“ den Sketch „Geschwindigkeitskontrolle – typisch weiblich und blond im Auto auf der Autobahn“ – so kann es gehen! Obwohl alle hörend sind bzw. ein CI haben, war ihre Gebärdensprache klasse!!!

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell

Peter und Deborah wiesen auch auf die Filmpremiere „Jomi – lautlos aber nicht sprachlos“ hin, ein Dokumentarfilm über das Leben des gehörlosen Künstlers. Dieser hatte am 11. November 2018 Filmpremiere im Cinestar Saarbrücken.

 

NIKITA Tanz-Duo Kassandra Wedel und Elisabeth aus München zeigten eine beeindruckende Tanzshow. Der laute Beat riss die Zuschauer mit: Beat zum fühlen – Klasse!!!

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell

Anschließend zeigte Peter eine Diashow aus der „Kulturnacht 2004“ des Kath. Gehörlosenvereins „Bleib Treu“ Saarbrücken und Umgebung e.V. – die heutige Moderatorin Deborah Monzel war damals 7 Jahre alt und hatte ihre Premiere als Schauspielerin in einen Sketch „Opa und Enkelin beim Autofahren“ mit Alfons Leinenbach.

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell

Weiter ging es mit THOW & SHOW! Die gehörlose Theatergruppe aus München zeigte ihr erstes von drei Stücken „Wer ist Vater?“, gekonnt und humorvoll mit logischem Ende, da gab es viel zu lachen.

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell

Eine hörende Frau stellte uns eine hörende weibliche Tanzgruppe „Focused“ aus Saarbrücken per Gebärdensprache vor. Diese Gruppe zeigte eine sehr hinreißende Tanzshow. Dann kam eine große Überraschung: Ein hörendes starkes Männerteam aus Saarbrücken tritt in einer Break-Dance-Show „East Rock Stylers“ auf. Coole Männer, die wild und ausgelassen tanzen.

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell

Anschließend zeigte die Gruppe „THOW & SHOW“ ihren zweiten Sketch „Eheberatung“, der immer wieder zum Lachen bringt.

 

Nach einer 30-minütigen Pause ging es weiter mit dem Theaterstück „Zeitreise“ der Theatergruppe „inklusiv+exclusiv“. Diese Theatergruppe wurde im Sommer 2017 unter der Leitung von Michael Kreutzer (Pantomime Jomi) und Sigrid Meiser-Helfrich gegründet. In regelmäßigen Probeabenden wurde das Stück eingeübt, es zeigte die verschiedenen Stationen im Lauf der Geschichte des Kath. Gehörlosenvereins „Bleib Treu“ Saarbrücken und Umgebung e.V.. Dieses Theaterstück gefiel vielen sehr gut und zeigte: Inklusion ist möglich! Hörende und gehörlose Schauspieler spielen zusammen.

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell

Weiter ging es im Kulturprogramm mit dem 3. Sketch „Erinnerung“ von THOW&SHOW, dem Solo-Auftritt von Kassandra Wedel, die ihren „Tatort“-Tanz aufführte zur Erinnerung an ihre Hauptrolle im Saarbrücker Tatort, dem Stück „Schwimmübung an der Angel“ der Theatergruppe „inklusiv+exclusiv“ und zum Schluss mit der Aufführung „Saarbrücker Ganoven“ des Berliner Taubentheaters – einem beeindruckenden Stück zum Thema Inklusion, an dessen Ende aber der ganze Saal zusammen tanzte.

Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell
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Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell
Foto: Reiner Dell
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Foto: Reiner Dell
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Der Kulturnachmittag, der bis 22:00 Uhr dauerte, hat alle Besucher sehr begeistert. Gehörlose Besucher aus dem ganzen Saarland, aus der Region Trier, der Westpfalz, sogar aus Freiburg und Würzburg verfolgten das Programm. Hier sieht man wieder: Auch Menschen mit Hörbehinderung wollen Kultur erleben – ein wichtiger Beitrag zur Inklusion. Durch das bunte Programm und die verschiedenen Darbietungen war für jeden Geschmack etwas dabei. Alle Auftritte fanden in Deutscher Gebärdensprache statt, die Musikdarbietungen in entsprechendem Sound. So war für alle Anwesenden, aber auch die neugierigen hörenden Besucher etwas dabei.

 

Deborah Monzel und Peter Schaar führten gekonnt durch das Programm und hatten immer wieder Hinweise, Tipps und Witze sowie überraschende Infos zwischen den einzelnen Auftritten. Deborah, die zum ersten Mal als Moderatorin auftrat, hatte jede Menge Lampenfieber, aber sie machte ihre Sache sehr gut – zusammen mit Peter Schaar, der schon viel Erfahrung als Moderator hat und souverän durch den Abend führte.

 

Zum Abschluss des Kulturnachmittages bedankte sich die 1. Vorsitzende Sigrid Meiser-Helfrich ganz herzlich bei den Moderatoren, bei allen Schauspielern und Darstellern und bei allen Zuschauern für den sehr gelungenen Abend. Endlich konnten wir Kultur erleben! Alle aktiven Teilnehmer erhielten als Erinnerung eine ILY-Statuette mit dem Logo des Vereins drauf, was allen sehr gut gefiel.

Foto: Reiner Dell
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